Projektbeschreibung

Digitale Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen (DigiRAB)

Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Arbeit in der digitalisierten Welt“ im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprogramms „Zukunft der Arbeit“ als Teil des Dachprogramms „Innovation für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“

Ziel des Forschungsprojekts ist es, eine durchgängige digitale Planung, Schulung, Umsetzung und Steuerung eines proaktiven Arbeitsschutzes auf Baustellen auf Basis von smarten Technologien und cloudbasierten Dienstleistungen zu realisieren.

Annähernd jede Art der Erwerbsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland wird mittlerweile von informations- und kommunikationstechnischen Arbeitsmitteln begleitet. In Arbeitsumgebungen, die von Industrie 4.0 geprägt werden, wird dies besonders deutlich. Die Arbeit mit digitalen Werkzeugen und Medien erhält auch dank des Building Information Modeling (BIM) nach und nach Einzug in das Baugewerbe. Zudem wird die Schnittstelle zwischen Mensch und Technik immer enger. Sensorik, Simulationsmodelle und mobile Software unterstützen im Arbeitsalltag, die Datenverfügbarkeit durch Cloudlösungen und darüber vor Ort möglichen Datenerfassung nehmen zu.

Zugleich können Software und Automatisierung jedoch nicht jede Form von Arbeit ersetzen. Wo Menschen und Maschinen aufeinandertreffen ist stets ein hohes Gefahrenpotential vorhanden. In Produktionshallen werden daher z.B. Lichtschranken eingesetzt, um Maschinen, insbesondere Roboter abzuschalten, wenn ihnen Menschen zu nahe kommen oder getrennte Wege und Durchgänge für Menschen und Fahrzeuge ausgewiesen. Im Gegensatz zu Produktionshallen sind Baustellen dynamischer Natur und verändern sich aufgrund des Baufortschritts täglich. Zudem sind hier i.d.R. mehr Menschen tätig, welche dort auf frei bewegliche schwere Baumaschinen treffen, wie z.B. Raupenbagger und Krane. Durch den Lärm der Geräte, Verschmutzungen, Sichtfelder aber auch Unachtsamkeiten und Missverständnissen kommt es hier immer wieder zu gefährlichen Situationen und tödlichen Unfällen. Ziel von DigiRAB ist es, diese Gefahrquellen zu erkennen und so weit wie möglich zu begrenzen. Dazu sollen u.a. sichere digitale Arbeitsbereiche für Maschinen geschaffen werden, die Mensch und Maschine bei bevorstehenden Kollisionen warnen und ggf. aktiv eingreifen. Des Weiteren soll eine nicht-regelkonforme Verwendungen von Werkzeugen durch sog. smarte Powertools verhindert werden, z.B. indem sie nur von autorisierten Nutzern verwendet werden dürfen.

Am Forschungsprojekt beteiligt sind die Ruhr-Universität Bochum mit den Lehrstühlen Informatik im Bauwesen und Informations- und Technikmanagement als Verbundkoordinator, die Ed. Züblin AG – Direktion Mitte, die Topcon Deutschland Positioning GmbH, die ceapoint aec technologies GmbH und die Selectronic Funk- und Sicherheitstechnik GmbH